Liebe Leserin, lieber Leser,

Zurzeit ist in der Luft wieder einiges los: der Pollenflug – für alle Heuschnupfengeplagten eine große Belastung, doch für unsere Natur unverzichtbar. Ohne Pollen gäbe es für alle Samen bildenden Pflanzen keine Befruchtung und somit keinen Fortbestand. Alles, was lebt, pflanzt sich fort!

Leben heißt Wachsen und Ausbreiten. Jesus greift dieses Bild aus der Natur immer wieder auf, um die Gesetzmäßigkeiten im Reich Gottes zu erklären „Schaut euch die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen“, sagt er z.B. in Mt 6,28. Im griechischen Wort „manthano“, schwingen noch mehr Bedeutungen mit, als unser deutsches „anschauen“ wiedergibt. Es meint auch: lernen, erforschen, untersuchen. Seht, wie die Lilien wachsen! Lernt von ihnen! So wie diese Blumen wachsen und sich ausbreiten, so will sich Gottes Liebe in euch entfalten und ausbreiten.

Wenn Gottes Gnade in unser Leben fällt, bildet sich sozusagen eine Samenkapsel, die irgendwann aufspringt. Und so streuen wir Samen aus, die Gottes Liebe verbreiten.

Wir haben es nicht in der Hand, wohin unsere Pollen fliegen. Der Wind verstreut sie. Und der Wind weht bekanntlich, wie und wo er will. Und wo sie landen und wen sie befruchten, auch das haben wir nicht in der Hand. Unsere Aufgabe ist es, Pollen zu bilden – mehr nicht und nicht weniger! Gott ist es, der das Gedeihen gibt.

Dort, wo keine Pollen fliegen, wo keine Samen gebildet werden, kann nichts mehr wachsen. Darum ist es so wichtig, sich immer wieder von Gottes Gnade füllen zu lassen, seine Nähe zu suchen und so zu Samenträgern zu werden!

Maren Herrendörfer